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Weil Kreativität Seriosität nicht ausschließt

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Kunden fragen, wir antworten - Wie verdient man mit einer App Geld? Teil 1: Direkte und Indirekte Monetarisierung

| von Manuel Wenner & Tobias Schneider

Der erste Beitrag unserer vierteiligen Serien steht ganz unter dem Thema verschiedener Möglichkeiten der Monetarisierung mit Apps. Im zweiten Teil gehen wir auf die verschiedenen Vertriebsmodelle von Apps in den App Stores dieser Welt ein, welche Vorteile diese bieten und welche für dich die richtigen sein könnten. Der dritte Teil beschäftigt sich mit den Erfahrungen unterschiedlicher Unternehmen / Startups, die uns erzählt haben warum sie sich für ihr Monetarisierungsmodell entschieden haben. Im letzten Beitrag geben wir dir einen Einblick und teilen unsere Erfahrungen rund um die Themen Monetarisierung, App-Statistiken, Wirkung von Social Media Marketing, etc. anhand einer von uns entwickelten App.

Wir werden öfters gefragt wozu man eine App benötigt und ob man damit überhaupt Geld verdienen kann. Mit diesem Blogpost versuchen wir dir Klarheit über den Nutzen einer App, für dein Unternehmen, Produkt oder angestrebtes Startup, zu verschaffen. Aufgrund unserer Marktpositionierung werden wir dabei nicht auf Spiele eingehen, sondern nur auf (überwiegend B2B) Applikationen.

Eines der Hauptziele eines Unternehmens oder eines Produktes ist die Umsatzgenerierung. Aus diesem Grund stellt sich für viele Unternehmen oftmals nur die Frage, wie man direkt mit einer App Geld verdienen kann.Tatsächlich gibt es aber noch einen weiteren Hauptgrund eine App zu entwickeln, neben der direkten Monetarisierung: die indirekte Monetarisierung. Apps sind mittlerweile viel mehr als 0,99€ teure Downloads, sie sind in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft angekommen. Dadurch ist unter anderem ein neuer Kommunikationskanal zum Kunden entstanden, der es Unternehmen ermöglicht ihren Kunden zusätzliche Services anzubieten. Dieser Meinung ist auch Brian Blau, der Research Director bei Gartner: »Mobile apps have become the official channel to drive content and services to consumers. From entertainment content to productivity services, from quantified-self to home automation, there is an app for practically anything a connected consumer may want to achieve.«

Mit Mehrwerten zur Umsatzsteigerung

Der direkte Umsatz spiegelt dabei einen eher kleinen Teil der Anwendungen in den App Stores wider. So standen 2012 88% aller Anwendungen zum kostenlosen Download bereit. Wenn du deine App für einen Festpreis oder kostenlos mit In-App Purchases oder Werbung anbietest (mehr dazu im nächsten Beitrag) generierst du einen direkten Umsatz. Ein Beispiel dafür wäre die Anwendung Navigon Europe, welche für 79,99€ im AppStore zu kaufen ist. Zur direkten Monetarisierung gehören aber nicht nur die Anwendung selbst, sondern auch Güter, welche über diese verkauft werden. Anbieter wie Amazon oder die Deutsche Bahn stellen ihren Nutzern kostenlose Apps zur Verfügung, über welche Einkäufe getätigt werden. So weit, so bekannt.

Apple AppStore: Freemium Apps dominieren. (Stand 2013, Quelle: Distimo)

Interessant wird es aber wenn wir uns Gedanken über den indirekten Umsatz machen. Dieser nimmt einen nicht zu unterschätzenden Teil bei Unternehmen ein. Dabei geht es nicht darum, mit der Anwendung selbst Geld zu verdienen, sondern diese zu nutzen um die Bekanntheit, die Kundenzufriedenheit oder die Kundenbindung zu erhöhen oder Neukunden zu generieren. Die Anwendung dient dann deiner Marke. Eine Steigerung der Bekanntheit kann im Umkehrschluss zu erhöhten Verkäufen oder neuen Kunden führen, und somit die Umsatzgenerierung erhöhen.

 

Zusätzlicher Vertriebs- und Kommunikationskanal

Dabei dient die App z.B. als zusätzlicher Kommunikationskanal bzw. Vertriebskanal, als digitales Marketing. Bestehende Produkte oder Dienstleistungen können innerhalb einer App erworben und konsumiert werden. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist die App MindHeroes. MindHeroes bietet dem Nutzer die Möglichkeit Meditationen per In-App-Kauf zu beziehen und schafft so einen zusätzlichen Vertriebskanal.

 

Eigenwerbung, Neukundengewinnung und Kaufanreize

Eine Mobile App kann u.a. das Ziel verfolgen neue Kunden zu gewinnen und Kaufanreize zu schaffen. Ein Beispiel dafür wäre die kostenlose App Makeup Genius von L’Oreal, welche es der Nutzerin erlaubt sich live in ihrem “virtuellen Spiegel” zu schminken und die verschiedenen Produkte der Marke auszuprobieren. Des weiteren können fertige Looks mit Freunden geteilt werden. Diese Tell-a-Friend-Funktion sorgt für eine Erhöhung der Reichweite und kann zudem zu einer Neukundengewinnung führen. Die Anwendung von L’Oreal kombiniert außerdem die indirekte Monetarisierung mit einer direkten und bietet der Nutzerin die Möglichkeit Produkte direkt aus der App heraus zu bestellen, dadurch ergeben sich Kaufanreize.

 

Kundenbindung

Eine weitere Möglichkeit der indirekten Umsatzgenerierung ist es, eine Anwendung als Addon zu bestehenden Services anzubieten. Ein Beispiel dafür ist die Anwendung FRITZ!App Fon. Diese ist kostenlos, verbindet sich daheim mit der FRITZ!Box und ermöglicht es, das Smartphone als Festnetztelefon zu verwenden. Für Nutzer die nur ein Telefon benutzen möchten, bzw. kein reines Festnetztelefon mehr möchten, ist diese Anwendung eventuell der Grund sich eine FRITZ!Box zu kaufen, und generiert somit indirekt Umsatz. Selbst wenn der Nutzer aus diesem Grund keine FRITZ!Box kauft, jedoch schon eine besitzt, freut er sich über zusätzliche Funktionen, was wiederum die Kundenzufriedenheit steigert und ihn an die Marke bindet.

 

Kostensenkung

Ein weiterer Grund für eine App-Entwicklung ist die Effizienzsteigerung und die daraus resultierende Kostensenkung. Durch das Einführen von mobilen Anwendungen innerhalb eines Unternehmens können z.B. teure, proprietäre Lösungen ersetzt, oder der Unternehmensprozess modernisiert werden. Auch hier läuft es ähnlich wie beim indirekten Umsatz: Die Applikation an sich bringt kein Geld, hilft dir aber eventuell dieses auf längere Sicht in anderen Bereichen zu sparen. Das lässt sich auch problemlos auf den Kunden übertragen. Ein populäres Beispiel dafür wären Videokonferenz-Tools wie Skype. Oftmals können interne oder Kundenanfragen bearbeitet werden, ohne das man sich vor Ort treffen muss. Das spart Zeit und dementsprechend auch Geld.

 

Schnittstelle zur Offline-Welt

Es tun sich aber auch ganz neue Geschäftsfelder durch die Mobilisierung auf. Die noch junge App opentabs zum Beispiel, welche sich als Schnittstelle zwischen der Online- und Offline-Welt versteht. Nutzer bekommen Cafés, Bars, Restaurants, etc. in ihrer Umgebung angezeigt und können unterwegs bestellen und on-the-fly in der App bezahlen. Anschließend wird ihnen ein Code angezeigt, welchen sie bei der Abholung im Geschäft vorzeigen. Dadurch lassen sich unter anderem lange Schlangen in Coffee-Shops vermeiden, da das gewünschte Getränk schon fertig zubereitet ist, wenn man ankommt.

Ein weiteres Beispiel für die Verbindung zwischen Online- und Offline-Welt wäre die Indoor-Navigation. Diese könnte beispielsweise bei der Entwicklung einer Messebegleitenden App eine wichtige Rolle spielen. Der Museumsführer Awiloc des Fraunhofer-Instituts für integrierte Schaltungen ISS ermöglicht es Nutzern, in derzeit fünf deutschen Museen mit der Guide-App eine freie Tour zu machen. Hierbei sieht der Nutzer jederzeit wo er sich befindet und erhält objektbezogene Informationen oder kann auch zwischen speziellen Touren wählen.

 

Marktforschung

Doch Apps können auch für eher weniger offensichtliche Zwecke genutzt werden. Smartphones sind eines der persönlichsten Geräte eines Nutzers heutzutage. Sie eröffnen völlig neue Möglichkeiten für die Marktforschung, durch das Tracken von Verhalten und Interessen von Nutzern. Unternehmen können diese Daten verwenden um für ihre Kunden bessere Angebote zu erstellen und diese auf die entsprechenden Zielgruppen zuschneiden. Ortsbezogene Daten, Nutzerverhalten und viele weitere Informationen von mobile Geräten schaffen völlig neue Möglichkeiten im Bereich der Marktforschung.

 

Mach’s wie die Werbung 

Wir halten also fest, dass Apps viel mehr Monetarisierungsmöglichkeiten bieten als das 0,99€-Preisschild. Unternehmen können Anwendungen benutzen um ihre Reichweite zu erhöhen, ihre Marke zu stärken und Neukunden zu gewinnen. Das funktioniert von der Idee her genau wie Werbung: Man kann den direkten monetären Gewinn nicht immer exakt messen. Eine Steigerung der Bekanntheit kann aber zu Neukundengewinnung führen oder bestehende Kunden halten, bzw. bei diesen Kaufanreize schaffen. Zudem empfehlen zufriedene Kunden Produkte und Dienstleistungen gerne weiter, und machen somit kostenlos Werbung.

"Die Entwicklung einer Mobile App sollte niemals isoliert betrachtet werden."

Unabhängig davon, welche Monetarisierung du mit deiner App anstrebst, sollte sich die Anwendung in die vorhandene Unternehmensstrategie integrieren und diese unterstützen. Die Entwicklung einer Mobile App sollte somit niemals isoliert betrachtet werden. 

Eine App zu entwickeln, weil alle eine haben, ist kein Ziel. Vielmehr geht es um die Frage nach dem Warum. Warum brauche ich eine App? Welche Ziele sollen mit der App erreicht werden? Wie kann die App in die bestehende Wertschöpfungskette integriert werden, so dass sie mir und meinen Kunden nutzt? Bevor mit der Entwicklung begonnen wird, sollten diese Fragen ausreichend beantwortet sein. Das gewählte Geschäftsmodell sollte der Anwendung und deren Ziel dienen und nicht andersherum. Bei B2B sind die großen Schlagworte dabei verbesserte(r) Kundenbindung / Kundenservice, Neukundengewinnung und Verringerung der Kosten. Im B2C Bereich können Anwendungen zum Community Building verwendet werden.

Im nächsten Teil beschäftigen wir uns damit, welche Möglichkeiten für direkte Monetarisierung es in den App Stores gibt.



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Kommentar von Torsten | 29. Januar, 2016 um 16:34 Uhr

Cooler Artikel. Danke für den sehr guten und einfachen Überblick.

Kommentar von Sven | 11. Februar, 2016 um 21:02 Uhr

Sehr interessanter Artikel, der sehr schön die unterschiedlichen Möglichkeiten der Monetarisierung aufzeigt. Besonders spannend finde ich die vielen Möglichkeiten der indirekten Monetarisierung.

Kommentar von Manuel | 12. Februar, 2016 um 20:37 Uhr

Hallo Torsten, hallo Sven,

vielen lieben Dank. Es freut uns natürlich sehr, dass euch der Artikel gefällt. Habt ihr bereits Erfahrungen mit dem Thema Mobile Monetarisierung gemacht?

Viele Grüße,
Manuel

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